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Übungen für die SelbsthilfearbeitEs gibt eine Reihe von Übungen, die wir immer wieder in der Selbsthilfearbeit als für viele Männer hilfreich erlebt haben. Wir haben viele bei Luise Reddemann wieder gefunden, die seit Jahren in Bielefeld in einer psychosomatischen Klinik mit traumatisierten Menschen arbeitet. Einige haben sind etwas verändert, jeder muss seinen eigenen Zugang suchen und sie sich dafür anpassen. Wer an diesen und anderen Übungen interessiert ist, das Buch von Luise Reddemann steht auf unserer Literaturliste. Viele dieser Übungen arbeiten mit der Vorstellungskraft, sind Auseinandersetzungen, die in der Phantasie stattfinden. Am Anfang erscheint einem das oft als etwas merkwürdig, denn das Problem ist ja ein ganz konkretes, z.B. dass ich Schlafstörungen oder Angst habe. Die Ursachen für das konkrete Problem haben unter Umständen aber nichts mit meiner konkreten Situation zu tun, denn was ist z.B. für einen erwachsenen Mann bedrohlich daran, im Bett zu liegen? Bedrohlich ist es für den kleinen Jungen, der im Bett missbraucht wurde. Es braucht deshalb unter solchen Umständen eine Übung, der Bedrohung, die in meiner Vorstellung drin ist, auch auf der gleichen Ebene zu begegnen. Einige der folgenden Übungen arbeiten deshalb mit der Imagination. Die meisten Übungen lassen sich gut alleine machen. Selbsthilfe heißt aber nicht, ich kämpfe mich durch alles alleine durch. Eine der wichtigsten ungeschriebenen Regeln der Selbsthilfe lautet: Wenn ich sie brauche, hole ich mir Hilfe! Selbsthilfe lebt von der Gruppe, Selbsthilfe lebt von dem Austausch und der Reflektion. Selbsthilfe heißt nicht, im eigenen Saft zu schmoren. Gerade auch bei den Übungen kann es sehr hilfreich sein, sich mit anderen darüber auszutauschen, welche Erfahrungen sie gemacht haben und was ihnen wann geholfen hat.
Der TresorVielen geht es so, dass es Momente gibt, wo sie bestimmte Gefühle, Bilder oder auch Gedanken nicht loslassen zu können. Das kommt besonders gerne abends beim Einschlafen vor und es betrifft durchaus nicht nur Sachen, die mit dem Missbrauch oder der Selbsthilfegruppe zu tun haben. Der Tresor kann eine Hilfe sein, diese Sachen los zu lassen. Ein Tresor hat zwei Aspekte: Einmal ist das, was darin ist eingeschlossen, das heißt, es kann nicht heraus, andererseits ist es aber auch gut aufgehoben und geht nicht verloren. Der erste Aspekt ist wichtig, weil ich ja die Gedanken / Bilder / Gefühle loswerden will, der zweite, weil sie wichtig sind, denn sonst würden sie ja nicht so penetrant da sein. Es geht darum, sich die Gefühle, Bilder oder Gedanken richtig hoch zu holen und zu betrachten. Ich sortiere sie sozusagen innerlich und packe sie in ein Paket. Dieses Paket verschnüre ich gut und lege es dann in einen Tresor. Manchmal hilft es, sich den Tresor möglichste genau vor zu stellen: Ist es so ein großer alter schwarzer mit goldener Schrift? Hat er einen Schlüssel oder eine Zahlenkombination? Hat er so ein großes Handrad oder ist es ein kleiner Möbeltresor, der gut versteckt ist? Wenn das Paket im Tresor ist, verschließe ich ihn sorgfältig. Jetzt kann ich das ganze ruhen lassen und bevor ich das nächste Mal in die Gruppe gehe (oder zur Therapie...) gehe ich an den Tresor und nehme mein Paket raus und mit in die Gruppe. Es gibt einen Platz für das, was in meinem Paket drin ist und der ist in der Gruppe, aber nicht abends alleine im Bett. Das TagebuchSchreiben kann eine Form sein, belastende Sachen los zu lassen. Ein Heft, ein Buch, worein ich schreibe, was mich gerade, kann mir helfen, los zu lassen. Gleichzeitig aber gehen die Sachen, die ich aufschreibe, aber nicht verloren. Ein Tagebuch kann so eine ähnliche Funktion haben, wie die Übung Tresor. Vile kombinieren die Übung Tresor mit dem Tagebuch in der Form, dass sie die belastenden Gefühle, Bilder oder Gedanken aufschreiben, dann das Buch zuklappen und an einen guten Aufbewahrungsort wegräumen. Darüber hinaus kann ich in ein Tagebuch aber auch aufschreiben, was ich als nächstes erreichen will, was ich für Erfolge habe, was ich gut kann, ... Schreiben kann eine Form sein, mich zu sortieren und mir auch Seiten, die mir oft nicht so bewußt sind (Stärken, Erfolge...) ins Gedächtnis zu holen. Der innere sichere OrtDer innere sichere Ort ist eine Übung, die sich gut an den Tresor anschließen lässt. Die Idee ist, sich einen Ort vorzustellen, an dem ich mich rundum wohl und sicher fühle. In Situationen, wo ich mich gut fühle, nehme ich mir die Zeit, in meiner Phantasie an diesen Ort zu gehen, ich lasse mich darauf ein und spüre, wie gut es mir tut, dort zu sein. Zur Verstärkung kann ich das Gefühl und den Ort auch mit einer Geste in meinem Körper verankern. Wenn ich dies ein paar mal gemacht habe, merke ich, dass ich immer leichter und schneller zu dem Ort und dem damit verbundenen Gefühl komme. Jetzt kann ich auch an diesen Ort gehen, wenn ich mich schlecht fühle. Suche Dir einen ruhigen, ungestörten Platz. Versuche Dir in Gedanken, als Bild, einen Ort vorzustellen, an dem Du Dich rundum wohl und geborgen fühlst. Vielleicht hast Du erst nur Bilder, vielleicht Gefühle, vielleicht ist es erst auch nur ein gedachter, konstruierter Ort. Wenn schlechte Orte auftauchen, gehtst Du einfach weiter. Wenn Du keinen solchen Ort findest, fehlt es vielleicht an einem Transportmittel? So ein Ort kann eine Bergwiese sein, eine Oase in der Wüste, Ein sicheres Schiff auf dem Meer, ein Raumschiff, eine Höhle, ein Haus ..... Wichtig ist, das ist Dein Ort, Du hast die Kontrolle über ihn. Wenn Du willst, kannst Du andere mit dorthin nehmen, aber der Ort sollte Dein Ort sein und nicht Dein Wohlbefinden nicht von anderen abhängig sein. Du lädst andere an Deinen Ort als Gäste ein, d.h. Du kannst sie jederzeit wieder wegschicken. Wenn Du den Ort gefunden hast, überprüfe ob er wirklich mit allen Sinnen gut für Dich ist: Was siehst Du, gefällt Dir das? Was riechst Du, ist das angenehm? Was hörst Du, hörst Du das gerne? Was spürst Du auf der Haut, weht ein leichter Wind, wie ist die Luft, wie warm ist es...? Das ist Dein Ort und Du kannst ihn so gestalten, wie Du willst. Genieße diesen Ort, lass Dich auf das Wohlgefühl richtig ein, nimm es in Dich auf. Wenn etwas nicht stimmt, verbessere es. Wenn Du feststellst, dass Du zuviel andere Gedanken hast und Dich nicht auf den Ort einlassen kannst, erzwinge nichts, versuche es ein anderes mal. Wenn Du an diesem Ort bist, versuche ihn Dir mit allen Sinnen einzuprägen. Sieh ihn, Höre ihn, rieche ihn, spüre ihn, schmecke ihn... Dann schaffe Dir eine Geste, oder ein Zeichen, mit dessen Hilfe Du an diesen Ort gehen kannst. Ein Symbol, das sozusagen eine Eintrittskarte ist. Das kann eine Faust sein, das kann sein, sich festzuhalten, die Hände zu verschränken... Macht diese Geste, wenn ihr an diesem Ort seid und diesen Ort spürt. Es geht darum, dass Du das, was Du spürt, wenn Du sicher bist und Dich wohl fühlst, körperlich zu verankern. Verlasse dann diesen Ort, orientiere Dich wieder im heute. 2-3 Minuten später sollte mensch dann die Geste ausführen und versuchen so, an den Ort zurück zu kehren. Falls es nicht auf Anhieb klappt, versucht mensch das ganze noch mal von vorne und erneuert den Körperanker. Wichtig ist, nicht jedesmal einen komplett neuen Ort zu suchen, sondern sich den bisherigen wieder vorzustellen und ihn lediglich zu verbessern. Das ganze ist auch ein bißchen eine Übungssache. Wenn Du häufiger an diesen Ort gegangen seid, in Situationen, wo es Dir nicht schlecht geht, kannst Du später auch dorthin gehen, wenn es Dir schlecht geht. Eine Körpererinnerung kann dabei helfen. Aus Filmen aussteigen:Manchmal kommt es vor, dass ich von Erinnerungen oder Erinnerungsfragmenten überrannt werde. Das können Bilder sein, Gerüche, Geschmäcker aber auch komplette Szenen, die vor meinem inneren Auge ablaufen. Ich habe das Gefühl in einem Film zu sein. Um daraus auszusteigen ist es wichtig, den Kontakt zur Realität wieder her zu stellen. Wenn ich das schaffe, kann ich zum Beispiel den Körpercheck machen, den wir oben beschrieben haben. Andere Methoden sind, bewußt rückwärts zu zählen, Augenkontakt mit jemand zu suchen... Vielleicht kann ich auch mit jemand eine Absprache treffen, dass er mir in solchen Situationen hilft, das berühmte "Kneif mich mal, ich glaub ich träume". Teilweise geht das aber nicht so einfach. Dann hilft es, sich vorzustellen, dass ich wirklich in einem Film sitze: Das was da gerade stattfindet, ist ein Film aus meiner Vergangenheit. Ich kann mir diesen Film angucken, feststellen ob er überhaupt gut gedreht ist, wie die SchauspielerInnen agieren... Und wenn es ein Film ist, dann hat er unter Umständen auch eine Werbeunterbrechung. Ich kann auch in die Filmvorführerkabine gehen, und den Film langsam laufen lassen (schließlich ist das mein Film und ich sitze in meinem Kino). Ich kann den Film auch rückwärts laufen lassen. Und ich kann den Film abstellen, die Spule in die Dose stecken, den Film ins Regal stellen (evtl. in den Tresor legen) und aus dem Kino raus gehen. Ich kann mir angucken, wie das Wetter draußen ist, kann die Sonne oder auch den Regen oder den Wind auf meiner Haut spüren, die Luft schmecken und riechen... Der innere BeobachterIn der Übung der innere Beobachter geht es darum, zu lernen, sich in Situationen, wo ich "den Kopf verliere", mich zu distanzieren, um aus der Distanz heraus entscheidungs- und handlungsfähig zu werden. Allzu oft kommt es vor, dass ich mich damit konfrontiert sehe, dass ich agiere ohne zu Wissen warum, dass ich teilweise sogar handele, wie unter Zwang. Es geht darum, aus solchen Automatismen auszusteigen. Die Übung ist auch hilfreich, in Situationen, in denen Bedrohungs- und Angstgefühle hochkommen, die von früher herstammen.Ich kann dann den inneren Beobachters zu Hilfe holen, um abzuschätzen, was los ist. Zu Beginn versucht mensch wahrzunehmen, wie man sitzt oder liegt, was für einen Kontakt zum Boden mensch hat. Im folgenden jetzt ein Zitat aus dem Buch von Luise Reddemann: "Machen Sie sich bewusst, dass Sie ohne die Fähigkeit zu beobachten, nicht hätten wahrnehmen können, dass Ihr Körper Kontakt mit dem Boden hat oder dass er atmet. Nutzen Sie jetzt ganz bewusst Ihre beobachtende Funktion, indem Sie achtsam beobachtend durch den Körper wandern, vom Scheitel bis zu den Sohlen, und nehmen Sie wahr, wo es im Körper schmerzhafte Stellen oder Vorspannungen gibt. Nehmen Sie sich dafür einige Minuten Zeit ... Und machen Sie sich zwischendurch immer wieder klar: Ich kann meinen Körper beobachten, also bin ich mehr als mein Körper ... Und beobachten Sie auch, wie es sich auf Sie auswirkt, dass Sie sich diese beobachtende Funktion zu Nutze machen ... Konzentrieren Sie sich jetzt einige Zeit darauf, dass Sie wahrnehmen, was Sie denken. Beobachten Sie, was Sie denken. Wobei es manchmal so ist, wenn man anfängt, beobachten zu wollen, was man denkt, denkt man nicht mehr, der Kopf ist wie leergefegt. Aber nach einer Weile fängt es dann doch wieder an ... Sie können Ihren Gedanken auch eine gewisse Ordnung geben, indem Sie unterscheiden zwischen Gedanken, die sich auf die Gegenwart, auf die Zukunft und auf die Vergangenheit beziehen. Und dadurch, dass Sie sie immer wieder beobachten, wird Ihnen auch klarer, worüber Sie viel nachdenken. Jetzt in dieser Übung geht es mehr darum, sich die beobachtenden Fähigkeiten bewusst zumachen. Und deshalb möchte ich Sie wieder einladen, dass während Sie ihre Gedanken beobachten, Sie sich bewusst machen: Ich kann meine Gedanken beobachten, also bin ich mehr als meine Gedanken ... Jetzt möchte ich Sie einladen, dass Sie beobachten, welche Stimmung im Moment vorherrscht und ob sie sich verändert hat. Wieder mit dem Wissen, ich kann meine Stimmung oder meine Stimmungen beobachten, also bin ich mehr als meine Stimmung ... Und dann lassen Sie sich noch einen Moment Zeit, Ihre Gefühle zu beobachten. Welche Gefühle sind da jetzt? ... Ich kann meine Gefühle beobachten, also bin ich mehr als meine Gefühle ... Und zum Schluss machen Sie sich klar, dass Sie auch beobachten können, dass Sie beobachten. Dieser Teil, der beobachtet, dass wir beobachten, den können wir auch den inneren Zeugen nennen. Es ist der Teil, der neutral wahrnimmt, was ist. Und diese Fähigkeit, die können Sie sich zu Nutze machen. Wenn Sie verwickelt sind, können Sie sich auf diesen Beobachter des Beobachters zurückziehen und dadurch Distanz bekommen, wenn Sie möchten ... Kommen Sie dann mit der vollen Aufmerksamkeit zurück in den Raum." (Luise Reddemann: Imagination als heilsame Kraft, Stuttgart 2001) Der innere kleine JungeDie Kontaktaufnahme zum kleinen Jungen in uns ist ein Hilfsmittel weniger für den Notfall, als vielmehr um verschüttete Seiten von uns wahrzunehmen. Der kleine Junge kann aber natürlich auch in brenzligen Situationen hilfreich sein, denn zwei Personen sehen mehr als eine. Und es geht darum, heraus zu finden, was sind Gefühle, die von früher her rühren und was ist von heute. Eine bewährte Methode für die erste Kontaktaufnahme ist, dem kleinen Jungen einen Brief zu schreiben. Wichtig ist, sich als heutiger Erwachsener zu verhalten. Es geht bei der gesamten Kontaktaufnahme zum kleinen Jungen nicht darum, wieder ein Junge zu werden. Überlege Dir, welche Fähigkeiten und Möglichkeiten, habe ich heute, was kann ich gut, was kann ich schlecht. Stelle Dir Dich selber als kleinen Jungen vor. Was braucht der Junge wohl, was kannst Du ihm anbieten? Sucht er einen Freund, möchte er nicht mehr alleine sein, sucht er einen Erwachsenen, dem er erzählen kann, was passiert ist? Sucht er einen Beschützer? Schreibe dem kleinen Jungen einen Brief und biete ihm Deine Unterstützung (als heutiger Erwachsener) an. Versuche keine unrealistischen Versprechungen zu machen und Dich damit unter Druck zu setzen. Aber auch wenn es sich oft anders anfühlt: Als Erwachsener kannst Du eine ganze Menge von dem, was der kleine Junge braucht. Manchen fällt es schwer, sich selber als kleinen Jungen vorzustellen, unter Umständen, weil sie an ihre Kindheit gar keine Erinnerungen haben. Dann geht es auch, sich ein anderes Kind mit solch einer Geschichte vorzustellen, und zu überlegen, was das wohl braucht. Auch wenn dann keine direkte Kontaktaufnahme mit dem kleinen Jungen, der ich früher war, möglich ist, kann ich ihm doch etwas gutes tun. Manche erschrecken etwas, wenn Sie feststellen, dass der kleine Junge eigentlich ein paar richtige Eltern braucht, die er so nie gehabt hat. Sie denken das könne Sie nie sein. Das ist ok. Es geht nicht darum, alles ungeschehen zu machen, sondern zu lernen, was der kindliche Teil von mir für Bedürfnisse hat, diese im Alltag heute häufiger wahrzunehmen und zu überlegen, wo der Erwachsenen diesen Bedürfnissen heute Raum geben kann. Manchmal sind es "Kleinigkeiten", wie jeden Morgen vor der Arbeit in den Park gehen, um die Enten zu füttern, die große Wirkung haben. Die inneren HelferJeder Mensch hat verschiedene Seiten. Es gibt Momente, da bin ich mutig, (oder ist es etwa kein Mut, wenn ich mich mit meiner Geschichte auf den Weg mache und Hilfe suche?) es gibt Momente, da bin ich vorsichtig und sehr genau, manchmal bin ich sehr sachlich und überlege nüchtern, dann reagiere ich wieder auf feinste Stimmungen. Es geht darum, diese verschiedenen Aspekte meiner selbst wahr zu nehmen und sie mir als Personen vor zu stellen. Da können übrigens auch Personen drunter sein, die es nur ganz selten schaffen sich durch zu setzen. Es können Personen von früher dazwischen sein, z.B. der Jugendliche, der es geschafft hat, den Führerschein zu machen und der ziemlich gut lernen konnte, und es können Personen dazwischen sein, die es heute noch gar nicht gibt, wie der erfahrene, weise Mann, der ich einmal sein werde. Wichtig ist, dass es Personen sind, die Fähigkeiten haben. Es kann hilfreich sein, diese ganzen Personen aufzuschreiben und ihnen evtl. sogar Namen zu geben. Diese Personen sind meine inneren Helfer. Wenn ich mich in einer schwierigen Situation befinde, kann ich sie der Reihe nach fragen, wie sie denn machen würden. So ein Fragen kann sein, dass ich systematisch die Liste der Personen abarbeite, aber auch, dass ich mir einen Konferenztisch vorstelle, an dem alle sitzen und ihre Meinung sagen. Vielleicht ergibt sich ja auch eine Diskussion unter ihnen. ErdungsübungEs gibt viele verschiedene Erdungsübungen, die die Aufgabe haben, meinen Kontakt zu mir und meiner Umwelt wieder her zu stellen und zu verbessern. Im Grunde geht es darum, dafür zu sorgen, dass ich wieder mit beiden Beinen fest auf der Erde stehe. Wenn Du irgendwo einen Workshop z.B. an der VHS oder so machen kannst und lernst dort etwas anderes, was Dir hilft ist das nur gut. Ich stehe mit beiden Beinen auf den Boden, richtig mit der ganzen Fußfläche. Die Füße stehen leicht nach innen gedreht, etwas über hüftbreit, die Beine sind leicht angewinkelt, die Knie drücken nach außen, so dass in den Beinen eine Spannung entsteht. Der Oberkörper ist aufrecht, der Kopf ist gerade, die Augen sind geschlossen. Die Hände befinden sich vor dem unteren Bauch, etwas unter dem Bauchnabel. Die Handflächen zeigen nach oben und sind leicht gekrümmt, als wollten sie etwas halten. Die beiden Hände sind übereinander, berühren sich aber nicht. Ich atme ruhig und tief in meinen Körperschwerpunkt hinein und spüre dabei, wie ich Kontakt zum Boden habe. EntspannungsübungenWir führen hier keine Entspannungsübungen auf, das heißt aber nicht, dass sie nicht hilfreich wären. Zehn Minuten Zeit am Morgen, um sich zu zentrieren, können z.B. eine gute Investition sein. Es gibt eine Menge von Entspannungsübungen, welche Dir am meisten zusagt, musst Du selber ausprobieren. Einige stehen auf die Verknüpfung mit Musik, für andere ist Stille wichtiger. Bücher mit Entspannungsübungen gibt es in fast allen Bibliotheken, manche Krankenkassen haben auch Kasetten, vieles gibt es auch im normalen Handel (dann für entsprechend mehr Geld), zahlreiche Volkshochschulen bieten Kurse an z.B. zu Atemarbeit und auch auf dem Psychomarkt bommen die Offerten. (letzere solltest Du allerdings genau prüfen, oft erhältst Du dort für teures Geld schlechte Hilfe oder Angebote, die im Nachbarschaftsheim preiswerter sind. Bei allen Entspannungsübungen (aber auch bei allen anderen) ist wichtig darauf zu achten, ob sie Dir wirklich gut tun. Solange ich mich in einer bedrohlichen Situation befinde oder mich so fühle, kann es sein, dass es mir nur noch mehr Angst macht, wenn ich mich versuche mich zwanghaft zu entspannen. Dann ist es vielleicht hilfreicher zu versuchen, den Druck durch körperliche Bewegung abzubauen. Es gibt da nicht das Patentrezept, was für alle gilt. Deshalb: Für alle diese Übungen gilt, dass es Vorschläge sind. Du selber musst Dir raussuchen, was Dir am besten hilft. Lass Dir nicht erzählen, dass nur der eine Weg und nur die eine Methode etwas taugt, sondern such Dir überall das zusammen, was Du brauchen kannst. Alles Gute |
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