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Anlaufstelle, für Männer*, die in Kindheit oder Jugend sexualisierter Gewalt ausgesetzt waren

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Tauwetter-Nachrichten – Neue Beiträge

Wir informieren in unregelmäßigen Abständen über neue Beiträge auf der Seite Aktuelles auch per Email. Diese Tauwetter-Nachrichten können Sie abonnieren

Mittwoch, 09. September 2020

Interview mit Angela Marquardt vom Betroffenenrat

Wir möchten auf das sehr interessante Interview von Angela Marquardt im Deutschlandfunk hinweisen, es ist noch bis Januar 21 in der Dlf Audiothek zu hören. Frau Marquardt ist seit Juni im Betroffenenrat des UBSKM (Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs). Im dem Interview vom Juli gibt sie unter anderem Auskunft über ihre Schwerpunkte in der Arbeit im Betroffenenrat und über gesellschaftliche Ursachen sexualisierter Gewalt.

Mittwoch, 09. September 2020

Spendenlauf für AntigewaltKompetenzZentrum Allgäu e.V.

Wir unterstützen gerne den Aufruf zum Spendenlauf des AKZ Allgäu e.V., um Geld für das Auszeithaus zu sammeln. Das Auszeithaus  soll traumatisierten Menschen und ihre Kinder zur Verfügung stehen. Als sicherer Ort an „schweren oder belasteten Tagen“,insbesondere für Menschen aus organisierter Gewalt. Um einen Ausstieg oder Zeit & Raum „des zu sich Kommens“ möglich zu machen braucht es für den Verein „AntigewaltKompentenzZentrum e.V.“  finanzielle Unterstützung. Mehr Informationen zum Spendenlauf finden sich unter diesem Link

Dienstag, 11. August 2020

Expertise zu Sekundärverwertung von Interviews mit Betroffenen

Das Fachbuch "Forschungsdatenmanagement und Sekundärnutzung qualitativer Forschungsdaten - Perspektiven für die Forschung zu sexualisierter Gewalt" herausgegeben von Martin Wazlawik und Bernd Cristmann ist erschienen. In ihm befindet sich u.a. die Expertise von Thomas Schlingmann "Vermeidung von Belastungen oder Verlust der Deutungshoheit?" in der aus Betroffenenperspektive auf die mehrmalige Verwendung von Interviews mit Betroffenen geschaut wird. Das Buch ist Ergebnis einer Tagung zum Thema in Münster vom Juli 2019.

Dienstag, 11. August 2020

Beitrag in Focus-Online zur Situation betroffener Männer

In Focus-Online ist eine Beitrag zur Situation betroffener Männer und der Arbeit von Tauwetter erschienen. Grundlage ist ein Interview mit einem unserer Mitarbeiter. Der Beitrag befindet sich hier.

Freitag, 24. Juli 2020

Klarstellung & Korrektur zum Offenen Brief zur "Opferschutzbefragung“ der TU-Chemnitz: Kein Teil der Evaluation von "kein Täter werden"

Als Reaktion auf unseren offenen Brief haben sich die Forscher*innen der TU-Chemnitz gemeldet. Offensichtlich hat unser Brief für eine ziemliche Unruhe in der Universität gesorgt.

Es ist den Forscher*innen wichtig einige Missverständnisse auszuräumen. Sie haben uns mitgeteilt, dass der Opferschutzfragebogen kein Teil der Evaluation des GKV-Modellvorhabens („kein Täter werden“ + BIOS) ist. Es ist vielmehr die Masterarbeit von zwei Student*innen, die -wenn sie gut läuft- quasi als Vorarbeit für die Evaluation nutzbar sein kann. Die Evaluation würde natürlich ein anderes methodisches Niveau haben.

Mit dem Fragebogen ging es darum, die Perspektive der Betroffenen sexualisierter Gewalt einzubeziehen. Direkte Gespräche mit Betroffenen halten sie aber im Rahmen der Evaluation für nicht durchführbar, deshalb sollten „Opferschutz“-einrichtungen befragt werden. Leider würde das in den Teilnahmeinformationen nicht richtig deutlich. Sie bitten die Opferschutzbefragung dennoch auszufüllen und freuen sich auch über kritische Anmerkungen.

Keine Einigung konnten wir auf die Schnelle über das erzielen, was wir in unserem Brief „Verwechslung“ von Ziel und Tätigkeit oder „Kategorienfehler“ genannt haben. Da gibt es weiteren Diskussionsbedarf und dazu haben wir uns verabredet.

Wir freuen uns über die Reaktion der Forscher*innen. Unser Interesse ist natürlich eine gute Evaluation von „kein Täter werden“, das war ja ein Grund für unseren Brief. Deshalb haben uns die Erklärungen der Chemnitzer*innen gefreut und wir sind gespannt auf die weitere Diskussion.

Donnerstag, 23. Juli 2020

Evaluation von "kein Täter werden": Eine fragwürdige "Opferschutzbefragung"

"Kein Täter werden" wird ja bekanntlich aufgrund eines politischen Beschlusses als Modellvorhaben vom Gesamtverband der gesetzlichen Krankenkassen GKV gefördert, d.h. aus den Krankenkassenbeiträgen von uns allen. Zu einem Modellvorhaben gehört eine wissenschaftliche Begleitforschung und Evaluation. Ziel dieser Evaluation ist es laut GKV u.a. "Effekte und Nutzen" herauszufinden, sowie für die zukünftige Finanzierung Modelle zu entwickeln. Mit der Aufgabe betraut wurde die Technische Universität Chemnitz.

Im Rahmen dieser Evaluation geht es auch um die Öffentlichkeitsarbeit und Kooperationen von "kein Täter werden". Um dazu Angaben zu bekommen, soll eine sogenannte "Opferschutzbefragung" stattfinden.  Auch die Mitarbeiter*innen von Tauwetter wurden eingeladen einen Online-Fragebogen auszufüllen.

Als wir den durchgearbeitet haben, waren wir etwas überrascht: Dass es um "kein Täter werden" geht, ist gar nicht erwähnt. Stattdessen ist die ganze Zeit von "Tatprävention" die Rede. Zudem sind einige Fragen dermaßen unklar formuliert und beinhalten Unterstellungen, dass die Sinnhaftigkeit möglicher Ergebnisse bezweifelt werden muss.

Die Verwechslung der Pressestelle von "kein Täter werden" des Ziels "Tatprävention", also Verhinderung sexualisierter Gewalt, mit der Arbeit, die getan wird, um das Ziel zu erreichen, wurde von den Forscher*innen übernommen. So wird eine Untersuchung zur Farce, denn das Ergebnis wird in den Fragen vorweg genommen. (Falls der Fragebogen jemand interessiert, können wir auf Wunsch eine Kopie zuschicken.)

Wir haben uns entschlossen, dabei nicht mitzumachen und in einem offenen Brief "Ist dieser Weg das Ziel?" an die Forscher*innen unsere Gründe dargelegt. Wir hoffen es wird in den anderen Untersuchungen der Evaluation sauberer gearbeitet.

Achtung zu unserem Offenen Brieg gibt es eine wichtige Klarstellung der TU Chemnitz: Die "Opferschutzbefragung" ist kein Teil der Evaluation des Modellvorhabens. Siehe Meldung vom 24.7.2020

Donnerstag, 23. Juli 2020

Neuerscheinung "Partizipative Forschung und Gender"

Das Buch "Partizipative Forschung und Gender - Emanzipatorische Forschungsansätze weiterdenken" herausgegeben von Ariane Brenssell und Andrea Lutz-Kluge im Verlag Babara Budrich ist gerade erschienen.

"Nicht über Menschen forschen, sondern mit ihnen - das ist die Grundidee partizipativer Forschung. Der vermeintlich 'neutrale' Forschungsstandpunkt wird aufgegeben zugunsten eines gemeinsamen und parteilichen Forschens mit dem Ziel der emanzipatorischen Veränderungen von Geschlechter- und Lebensverhältnissen.
Der Band bietet eine Einführung in die feministisch-partizipative (Aktions)-Forschung und versammelt ausgewählte Forschungsprojekte aus dem deutschsprachigen und angelsächsischen Raum. Der thematische Fokus liegt dabei auf der Auseinandersetzung mit Geschlechterverhältnisse im Kontext von Sexarbeit, Strafvollzug, Gewalt und Traumaarbeit, Trans*Community und Gesundheitsförderung. Dabei werden methodische sowie anwendungsbezogene Ansätze wie communitybasierte Forschung, betroffenenkontrollierte Forschung, Participative Action Research, Ästhetische Forschung und Mixed-Methods-Forschung vorgestellt und im Hinblick auf ihre spezifisch partizipative Qualität reflektiert." (Aus dem Klappentext)

Mit Beiträgen von Ariane Brenssell und Andrea Lutz-Kluge, Nivedita Prasad, Lilli Böwe & Monika Nürnberger, Erik Meyer & Arn Sauer Gabriele Dennert, Michelle Fine & Maria Elena Torre, Sandra Köstler, sowie Thomas Schlingmann.

"'Über Partizipation hinaus' verweist Thomas Schlingmann in dem abschließenden Beitrag dieses Bandes. Schlingmann kritisiert 'Partizipation'als lediglich situative anstatt strukturelle Aufhebung von Machtverhältnissen ... Schlingmann orientiert sich dabei an 'Survivor-Controlled-Research'-Ansätzen in Großbrittanien und zeigt damit Perspektiven einer konsequenten Weiterentwicklung partizipativer Aktionsforschung (PAR) auf." (Aus der Einleitung)

Wirklich empfehlenswert, im Buchhandel erhältlich, 24,90€

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10961 Berlin
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